Auszeichnungen
Alle 82 der 2-bis 5-Zimmer-Wohnungen mit Wohnnutzflächen von 50m² bis 100m² verfügen jeweils über eigene Freiflächen wie Terrassen, Balkone, Loggien oder Eigengärten im Erdgeschoss.
Foto: Andreas Buchberger
Die Bebauung auf dem L-förmigen Grundstück bildet den Abschluss eines Einfamilienhaus-Siedlungsgebietes zur stark befahrenen Höfleinerstraße. Die Grundstruktur der Bebauung besteht aus kompakten 8-Spännern mit Mittelgangerschließung. Durch die Verschiebung der Baukörper an der Stiegenhausachse entsteht eine offene Anordnung mit villenartigem Charakter, die eine maßstäbliche städtebauliche Wirkung und differenzierte, abwechslungsreiche Zwischenräume unter Beibehaltung der wirtschaftlichen Grundstruktur ermöglicht. Die überwiegende Anzahl der Wohnungen weist eine zweiseitige Über-Eck-Belichtung auf. Die abwechslungsreichen Außenbereiche bieten vielfältige Möglichkeiten für nachbarschaftliche Kontakte und Kinderspiel. Nach außen wirkt die Wohnhausanlage als Wechselspiel von Häusern und Grünbereichen. Insgesamt werden nur 4 Stiegenhäuser bzw. Aufzüge zur barrierefreien Erschließung benötigt. Die Bauvolumen wurden farblich in einer gut abgestimmten Farbskala unterschiedlich hervorgehoben und erzeugen ein harmonisches Licht- und Farbspiel. Die Jury würdigt den Umgang mit großen Bauvolumen in einem Wechselspiel aus Frei- und Wohnraum. Die wirtschaftliche Herausforderung im Errichtungs- und Verwertungszeitraum die Wohnungen als freifinanziert umzusetzen, wird ebenfalls positiv angesehen.
In Zusammenarbeit mit der Gemeinde wurde ein Zentrumsprojekt mit Einbeziehung des identitätsstiftenden Getreidespeicherturms realisiert. Öffentliche und halböffentliche Einrichtungen in den Erdgeschosszonen sowie die 28 errichteten Wohnungen und ein Gemeindeamt (vormals der Lagerhausturm) zeichnen das Projekt aus.
Foto: Architekturfotografie Fürnkranz
Die Marktgemeinde Markersdorf-Haindorf wagte den Schritt, ihr Dorfzentrum mit der Unterstützung ihrer Bürger neu zu denken und realisierte gemeinsam mit der GEDESAG ein Zentrumsprojekt mit Einbeziehung des identitätsstiftenden Getreidespeicherturms. Vier Hauptbaukörper gruppieren sich u-förmig um den zentralen Markplatz und zeigen, wie Nachverdichtung und Wiederbelebung im Ortskern funktionieren können. Die in Massivbauweise errichteten, zweigeschoßigen und mit Steildach ausgebauten Baukörper orientieren sich an der gewachsenen Dorfstruktur. Öffentliche und halböffentliche Einrichtungen in den Erdgeschosszonen wie Trafik, Bankfoyer, Coworking, Tagesbetreuungseinrichtung, sowie die 28 errichteten Wohnungen und ein Gemeindeamt bilden, gemeinsam mit dem zentralen Markplatz und einer Begegnungszone, das neue Ortszentrum. Der Markplatz und die direkt angrenzende Begegnungszone werden für öffentliche Veranstaltungen (Wochen- und Adventmarkt) genutzt. Am Marktplatz selbst wurde der bestehende alte Baum mit viel Aufwand erhalten und stellt dieser den Mittelpunkt dar. Der Lagerhausturm wurde im Nutzungsbereich des Gemeindeamtes in die Zentrumsentwicklung integriert. Hierfür wurde der ehemals landwirtschaftlich genutzte Speicherturm entkernt und 6 neue Geschoßebenen eingezogen (Gemeindeamt, Biblio- u. Topothek, Gastrobereich und Trauungssaal). Den 28 Wohneinheiten werden jeweils Freiflächen in Form von Loggien, Dachterrassen und Eigengärten vorgelagert. Der ruhende Verkehr befindet sich entlang der öffentlichen Verkehrsflächen und einer neu geschaffenen Einbahnstraße. Der an der Marktstraße gelegene lineare Baukörper mit Steildach, nimmt die Gebäudefluchtlinie der Bestandsbebauung auf und integriert sich in die bestehende Dorfstruktur. Der von der Gemeinde eingeschlagene Weg über in Summe ca. 13 Jahre Entwicklungszeit mit besonders genauer Grundlagenerhebung und anschließenden EU-weiten Wettbewerb ist hervorzuheben. Die außerordentliche Qualität des von der Jury besichtigten fertigen Projektes zeugt von einem hohen Einsatz aller Beteiligten und wird durch diese Bepreisung gewürdigt.
Es wurden drei Baukörper mit je vier Wohnungen errichtet. Die felsige Hanglange unterhalb eines Wäldchens wurde ökologisch und ökonomisch bestmöglich genutzt.Einzigartig ist der direkte Blick auf die Rosenburg.
Foto: Kamptal
Drei Baukörper mit je vier Wohnungen wurden in Rosenburg errichtet. Die Wohnhausanlage liegt in einem schmalen Siedlungsbereich, die westlich davon liegenden Grundstücke sind mit drei Einfamilienhäusern bebaut. Die Erschließung der WHA erfolgt über eine ruhige Gemeindestraße mit geringem Verkehrsaufkommen. Die felsige Hanglage unterhalb eines Wäldchens wurde ökologisch und ökonomisch bestmöglich genutzt, die Gebäude standortgerecht und funktional durchdacht positioniert: Unter Ausnutzung der Hanglage konnten die einzelnen Gebäude als kompakte Baukörper in unterschiedlichen Höhenlagen errichtet werden. Als Baumaterial für die Wände wurden 50cm dicke Porenbetonsteine eingesetzt – ganz ohne Wärmedämmung wurden die notwendigen Dämmwerte erreicht. Die offenen und begrünten Stiegenhäuser wirken lebendig, modern und freundlich und schaffen eine angenehme Atmosphäre. Die einzigartige Qualität durch den direkten Blick auf die Rosenburg wird für jede Wohneinheit erreicht. Die Stiegenhäuser wurden offen und unkonditioniert als Laubengänge ausgeführt. Dieses Projekt stellt für eine kleine Gemeinde wie Rosenburg-Mold eine konzeptionelle Lösung dar und überzeugt durch lichtdurchflutete Räume, hervorragendem Ausblick und hochwertigen Ausführungsdetails. Die Jury vergibt als Vorzeigeprojekt für kleinere Wohnbauten in schwieriger Topografie an diesen Wohnbau einen Preis.
Errichtet um 1850, diente das „Ibesich-Haus“ zunächst als Gasthaus, später als Postamt. Nach dessen Schließung im Jahr 1981 stand es jahrzehntelang leer. Seit der abgeschlossenen Revitalisierung 2022 beherbergt das Gebäude drei Ordinationen sowie vier Wohnungen. Der hofseitige Liftzubau ermöglicht einen barrierefreien Zugang.
Foto: schubertphotography
Das Gebäude liegt an der Robert-Hamerling-Straße, einem zentralen Abschnitt der Horner Ringstraße auf dem ehemaligen Stadtgraben. Die Altstadt ist bis heute von einer nahezu vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben, die vom gegenständlichen Gebäude aus besonders gut wahrgenommen werden kann. Die straßenseitige Gründerzeitfassade mit Walmdach fügt sich harmonisch in die Abfolge der späthistoristischen Bauten ein und trägt entscheidend zum homogenen Erscheinungsbild des Straßenraums bei. Errichtet um 1850, diente das „Ibesich-Haus“ zunächst als Gasthaus, später als Postamt. Nach dessen Schließung im Jahr 1981 stand es jahrzehntelang leer, Versuche einer kulturellen Nutzung blieben ohne Erfolg. Erst der Erwerb durch die Gemeinnützige Wohnbaugesellschaft Kamptal 2021 eröffnete eine neue Perspektive. Seit der abgeschlossenen Revitalisierung 2022 beherbergt das Gebäude drei Ordinationen sowie vier Wohnungen. Der hofseitige Liftzubau ermöglicht einen barrierefreien Zugang. Das Gebäude wurde trockengelegt und Fundamente unterfangen, Decken verstärkt oder ersetzt. Das Walmdach musste erneuert werden, wurde jedoch in ursprünglicher Proportion wiederhergestellt. Die historische Fassade wurde in Kalkputztechnik restauriert und farblich auf die benachbarten Ringstraßenbauten abgestimmt. Ein hofseitiger Neubau ersetzt alte Nebenräume und nimmt heute Aufzug sowie Technik- und Abstellräume auf. So konnte der historische Charakter bewahrt und zugleich den Anforderungen moderner Nutzung entsprochen werden. Die Wärmeversorgung erfolgt über Fernwärme. Die Jury würdigt, dass obwohl das Haus nicht unter Denkmalschutz gestellt ist, die errichtende GBV in Zusammenarbeit mit der Gemeinde für den Erhalt und die zeitgemäße Nutzung der bestehenden Bausubstanz gesorgt hat. Die Herausforderung mit höherem wirtschaftlichem Aufwand dieses Gebäude zu sanieren ist im positiven Sinn zu erwähnen.
Die WHA befindet sich in zentrumsnaher Lage und wird über eine ruhige Sackgasse mit Umkehrplatz erschlossen. 36 Wohneinheiten - bestehend aus 2- und 3-Zimmer-Wohnungen verteilen sich auf drei Geschoße.
Foto: Josef Herfert
Die Wohnhausanlage befindet sich in zentrumsnaher Lage der Gemeinde Traismauer und wird über eine ruhige Sackgasse mit Umkehrplatz erschlossen. Sie umfasst 36 kompakte Wohneinheiten – bestehend aus 2- und 3-Zimmer-Wohnungen, die sich auf drei Geschoße verteilen. Der Zugang zum Gebäude erfolgt über den südseitig gelegenen Haupteingang. Direkt angrenzend befinden sich ein Fahrradraum sowie ein Kinderspielplatz. Dieser wurde bewusst in Eingangsnähe positioniert, um die soziale Interaktion unter den Bewohnern zu fördern. Die Wohnhausanlage mit Ost-West-Orientierung wird durch einen begrünten, halböffentlichen Innenhof in einen östlichen und einen westlichen Bauteil gegliedert. Dieser Innenhof bildet das Herzstück der Anlage: Pflanzbeete und Sitzbänke aus dunkel pigmentiertem Ortbeton strukturieren den Raum und schaffen Aufenthaltsqualität. Die Gestaltung lädt zum Verweilen ein, soll den Kontakt unter den Parteien ermöglichen und die Entstehung einer lebendigen Hausgemeinschaft fördern. Pawlatschenartig wird der Innenhof auf allen drei Ebenen von einem offenen Laubengang flankiert. Dieser umlaufende Erschließungsgang wird durch Wandscheiben aus Sichtbeton und großen Öffnungen mit Stabgeländern rhythmisiert. Einen warmen Kontrast zum Beton bilden die mit Thermokiefer verkleideten Stirnseiten des Innenhofs, die zugleich die beiden Stiegenhäuser markieren. Entlang der Laubengänge sind kleine Lichthöfe angeordnet, die jeder Wohnung individuell zugeordnet sind. Sie ermöglichen eine Querlüftung und zusätzliche Belichtung bei gleichzeitiger Wahrung der Privatheit gegenüber dem Laubengang. Pflanztröge aus Cortenstahl dienen dabei als Absturzsicherung. Sie sind den Wohnungen zugeordnet, können von den Mietern individuell bepflanzt werden und wirken wie ein kleiner Vorgarten neben dem Wohnungseingang. Nach außen präsentiert sich das Gebäude in einem einheitlich weißen, aber kleinteilig strukturierten Erscheinungsbild. Die Fassaden der länglichen Baukörper leben vom Wechselspiel geschlossener Flächen und offener Loggien. Vor- und Rücksprünge gliedern die Baukörper und lassen eine kleinteilige Struktur entstehen, in der die Wohnungen klar ablesbar sind. Es ist gewollt, dass sich die Anlage durch das Bewohnen optisch verändert. Es entsteht ein lebendiges Bild, das die Individualität der Bewohner widerspiegelt. Das Projekt wurde in kooperativer Zusammenarbeit zwischen GBV, PlanerInnen und GeneralunternehmerIn umgesetzt. Diese Mitsprachemöglichkeiten sind durch qualitativ hochwertige Ausführungen erkennbar und zu würdigen. Das Projekt in seiner einzigartigen Konzeptionierung, Entwicklung und Umsetzung ist für ein durchschnittlich großes Projekt in Niederösterreich unbedingt als Vorbild hervorzuheben und wird von der Jury mit einem Wohnbaupreis ausgezeichnet.
Anerkennungen
Die 72 Wohneinheiten teilen sich in einen Wohnungsschlüssel mit 40% 2-Zi-WE, 42% 3-Zi-WE und 18% 4-Zi-WE. Jede Wohneinheit verfügt über einen Außenraum in Form einer Terrasse, eines Balkons oder eines Eigengartens.
Foto: Neue Heimat Gewog
Das im Ortsinneren gelegene Grundstück ist durch seine Konfiguration schwer zu beplanen und zu bebauen gewesen. Das Grundstück ist durchgesteckt zwischen Fischamender-Strasse und Unterer Umfahrungsstraße. 72 Wohneinheiten, die in einem längst gestreckten Baukörper wechselweise in querliegenden Bauteilen angeordnet sind, gliedern sich trotz der Größe dieses Projektes angenehm und harmonisch in das Ortsbild ein. Die Straßenfront an der Fischamender-Strasse wurde in geschlossener Bauweise durch Absetzung des querliegenden Baukörpers verschlankt. Die konsequente Bebauungsstruktur sorgt für ein ruhiges und elegantes Erscheinungsbild. An den Straßenfronten bilden bewusst gesetzte Gibel ein identitätsstiftendes Merkmal. Weiters wird ein einladender Vorplatz geschaffen, der den Weg in und durch die Anlage weist. Die Gebäudekörper und Freiräume werden mit einer durchgehenden fußläufigen Durchwegung erschlossen. Heckenpflanzungen in variabler räumlicher Tiefe bieten Sichtschutz und Privatsphäre. Punktuelle Baumpflanzungen und Staudenflächen gliedern den Grünraum und schaffen Nischen für Sondernutzungen und Aufenthaltsbereiche. Die Jury würdigt die harmonisch ins Ortsbild eingegliederten Straßenfassaden, welche ein Projekt in der gebauten Größe nicht vermuten lassen, mit einer Anerkennung.
Errichtet wurde ein Kindergarten, welcher sich in die bereits teilerrichtete Wohnbebauung mit 5 jeweils 4-geschoßigen Gebäuden harmonisch einfügt.
Foto: Kurt Hörbst
Das Projektareal bildet einen Teilbereich eines örtlichen Erweiterungsgebietes zwischen dem Ortskern von Pottschach / Ternitz und der Südbahnstrecke. Entlang der Nordgrenze verläuft die Landesstraße „Putzmannsdorfer Straße“, an der Ostseite befindet sich die Gemeindestraße „Webereistraße“. Der Kindergarten fügt sich in die bereits teilerrichtete Wohnbebauung mit 5 jeweils 4-geschoßigen Gebäuden harmonisch ein. Die Lage und die Position der Gebäude zueinander ergeben einen qualitativ hochwertigen Binnenraum aus den privat genutzten Gärten der Wohnungen, des Freibereichs des Kindergartens sowie der im Zentrum liegenden Piazza des Gesamtprojekts, welcher oberirdisch frei von PKW-Verkehr geplant ist. Die Kubatur des dreigruppigen Kindergartens formt sich aus der nahezu quadratischen Grundfläche und zwei oberirdischen Geschoßen. In das Bauvolumen integriert sind jeder Gruppe jeweils vorgehängte, südlich ausgerichtete Terrassenflächen, die den direkten Zugang ins Freie ermöglichen. Der Hauptzugang ist über einen zweigeschossigen zurückspringenden Luftraum an der Nord-West Fassade erreichbar. Die vertikal geschalte Holzfassade des komplett als Holzbau geplanten Kindergartens gliedert sich durch eine horizontale Bänderung der Geschoße. Eine vertikale Begrünung der hinterlüfteten Fassade ist über ein vorgehängtes Niro-Netz jeweils bei den Terrassen und dem zweigeschossigen Eingangsbereich geplant Nach längerer Diskussion bezüglich der Vergabe eines Wohnbaupreises für ein Kindergartenprojekt entschied die Jury, dass im Rahmen der notwendigen Versorgung des Wohnumfeldes die Errichtung eines Kindergartens sehr wohl auch im Rahmen des Wohnbaupreises Anerkennung finden soll. Nachdem der Kindergarten in Ternitz eingebettet in einer größeren Wohnsiedlung, die ebenfalls durch die GBV errichtet wurde, liegt, wird dieses Kriterium als erfüllt angesehen. Das Projekt wurde somit in die Runde der nominierten Projekte „zurückgeholt“ und kann aus Sicht der Jury eine Anerkennung, vor allem in Bezug auf seine Materialität und Bauweise in Holz erhalten.






